Thursday, 2 February 2017

nachtluftflüsterflug


welch fern geflimmer
warm mich hütend überdacht!
bin mitten in der tiefen nacht
im plötzlich fremd wirkenden zimmer
traumlos aus meinem schlaf erwacht.

ich steh hier oben,
einzig in der nacht gedunkel,
blick stumm hinauf in flirrend sacht gefunkel.
fühl innig mich ins all verwoben,
lausch aufmerksam der süßen luft gemunkel.

ihr sprecht mit mir,
was ich sonst niemals hören kann,
denn meistens träume ich grad nebenan.
ihr seid nun ich und ich bin ihr.
verwoben steh ich still in eurem bann.

ein sandkorn bin ich -
wünsche auch nicht mehr zu gelten!
werde von wogen zeitgespült durch welten
und treffe überall nur mich...
so ziellos find ich mich nur selten.

bin bei mir selbst
und doch weit offen für das ganze,
steh ehrfurchtsvoll unter des himmels glanze.
du dort, mein stern, du ganz allein erhellst.
allein dein schein genügt dem wachstum dieser scheuen pflanze.

fühl mich erkannt
inmitten warmer nacht gekose.
es schweigt wie nie des alltags lärmgetose.
bin mond mir selbst, mein eigener trabant
und binde trauend die gedanken lose.

schick sie hinauf.
bitt sie, mir später etwas mitzubringen
von ihrer reise - etwas von den leisen dingen,
die standhaft trotzten aller zeiten lauf
und niemals endeten, weil nie anfingen.

kein wort soll fassen,
was ich fühle oder denke.
zu unbegreiflich schön diese geschenke:
mich nachtflugs mitfliegen zu lassen,
hoch zu den sternen – ohne dass ich lenke!



.2008