Dienstag, 4. Juni 2024

gewölle

endlich hatte sie ihn
abgestoßen ausgewürgt
wie gewölle all das knöcherne
scharfkantige und krude

ein ballen wahrhaftigkeit
seiner gefälligen gestalt
beraubt bloß hauch noch
abgestandener heißer luft

sein getöse entlarvt
als windspiel an saiten
fremden erfolgs warum bloß
hatte sie das hohle

nicht eher zu hören
vermocht erst in dem
speiballen zu ihren füßen
greifbar seine implosion

all das unansehnliche
auf nassem asphalt

sie hob nichts davon auf







.april_2024

Walblau

Seit langem schon steht im Regal
aus Holz geschnitzt ein kleiner Wal.
Oft blickt sein linkes Aug mich an -
so sanft wie es nur blicken kann,
(und je nach Staubschicht wirkt sein Blau
an machen Tagen fast wie grau).

Mein Gatte fragt nach seinem Nutzen
(abseits von dem, ihn gut zu putzen)
und meint gelegentlich: "der fängt
den Staub, an dem hier keiner hängt!
Die Reichweite jedoch scheint klein -
ein Wal, der blau macht, muss es sein."

Und drum, so meint er noch, sei klar,
was hier die Fehlanschaffung war.
Das Bücherbord mir zu veredeln,
müsst wegen ihm mehr Staub ich wedeln!
Mein Wal und ich - wir wissen aber:
das ist bloß Gattenwalgelaber!

Schon morgen senkt sich das Vergessen
samt Staub auf Walblau. Aus! Gegessen!






.april_2024

stillgeschwiegen

stillgeschwiegen
der moment
ich sah das zucken
deiner lider musste
blinzeln so im licht
der tiefstehenden sonne
begannen deine konturen
sich aufzulösen über allem
das monotone summen
der fliegen als wäre nichts
als hätte nicht als täte
gar nichts weh






.april_2024

Los geht's!

 
Erste zarte, grüne Spitzen
zwängen sich durch Bodenritzen,
lugen aus verholzten Strünken
und derweil hüpfen die Finken
eifrig flink am Bodengrund,
freu'n sich über manchen Fund
von vom Herbst verstreuten Samen.
Spatzenherrn und Spatzendamen
flattern, zwitschern, fliegen hoch,
landen wieder, sitzen noch
ein klein Weilchen länger hier;
da - ein kleines Nagetier
wühlt sich raschelnd durch das Laub,
aus auf Vogelfutterraub.
Eilt erfolgreich wieder fort
und ich sitz an diesem Ort;
Zeugin all der Emsigkeit.
Freude macht sich in mir breit
über das Naturerwachen,
all die kleinen Frühlingssachen.
Schneeglöckchen - ich könnte schwören -
kann ich leise läuten hören!
Erste Hummeln fliegen, brummen.
An der Weide Bienensummen!
Krokusse verzier'n als Tupfen
bunt die Wiese. Unkrautrupfen
ölt die wintersteifen Knochen.
Hab mich viel zu lang verkrochen!
Doch gleich ist die Sonne weg -
dann wird's kalt im Schatteneck;
treibt mich rasch zurück ins Haus.
Morgen geh ich wieder raus!





.märz_2024

hirnis hinski

dickdu bistomulto wanstki
dreckdu wischdibumsdi swiff
putzni bimski schmutzwo dranski
nimstu ataodaziff

waxta nixta bartonotti
kalkalotti kolofon
isstumiso spriss taflotti
hilfta nimapitra lon

saxtu paxtu nixmizinski
koko lores plumpaquatsch
sinstu finstu hirnis hinski
rinnski blinskimitsch padatsch





.märz_2024