Freitag, 15. November 2024

Schnupfen

Kaum kommt feuchtkalt die Jahreszeit
(Spätherbst genannt), so macht sich breit,
was dazu führt, dass alle schniefen,
sich räuspern, hüsteln, Nasen triefen.

Ein jeder rotzt, schwitzt, niest und krächzt
und steifgelenkig wird geächzt,
gestöhnt, geschnauft, viel Tee getrunken,
ermattet früh ins Bett gesunken,

mit Schüttelfrost fest eingekuschelt,
durch zue Nasen leidgenuschelt.
So mancher greift zur Meersalzspülung,
um Herr zu werden der Verkühlung.

Ein andrer schwört auf Wadenwickel,
Honig im Tee und Pumpernickel.
Dann gibt's da noch die Globuli
(doch Onkel Kurt helfen die nie). 

Besonders Sorgenvolle wollen
Antibiotika sich holen.
Beim Hausarzt lernen sie sodann:
"beim Virus hilft dies nicht. Es kann

mit oder ohne gleich lang dauern."
Ein Umstand, welchen sie bedauern.
Der Mensch von heute - ungeduldig -
bleibt gern dem Körper Ruhe schuldig.

Jedoch die Heilkunst, unbestritten
wirklich schon weitigst fortgeschritten,
bringt es noch immer nicht zustande,
dass keinem mehr wird hierzulande

vom Schnupfen auferlegt Beschränkung.
Dies ist der Menschheit größte Kränkung.