kann sie nicht weglächeln
die leere in mir
konnte es noch nie
das weiß ich jetzt
doch zorn beherrsche ich nicht
als regung
ungreifbar bleibt er mir
und gut getarnt
fremd bin ich mir selbst
und unerforscht
und was ich für bewegung hielt
war doch nur flucht
vor dem schweigen
dem nicht-wissen
dem nicht-können-dürfen-wollen
dem stillstand
den ich schon immer so hasste
damals als kind
daheim
da fühlte ich noch
vier wände wie ein sarg
darin die lebenden
versteinert
verstummt
gefangen in leeren ritualen
im eigenen schweigen
aus lauter angst
vor dem fühlen
blind sollte ich sein
stumm sollte ich sein
lieb sollte ich sein
leicht zu ertragen
all das leiden
im gesicht meiner mutter
schuld
allgegenwärtig
warum dachte ich nur
es wäre die meine?
.august_2017
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Donnerstag, 24. August 2017
Dienstag, 4. Juli 2017
Familienerbe
Die Scherben
fein säuberlich aufgekehrt
nur winzigste Splitter
in den Fugen der Dielen
(wo der Bartwisch nicht hinkommt)
eingetreten
beim arglosen barfuß Darüberlaufen
nahezu unsichtbar
in meinen Sohlen
und ungreifbar
stecken sie
um beim Auftreten
in bestimmten Winkeln
ohne Vorwarnung
zu stechen
Ich kann hier nicht länger
stehenbleiben
nur um
nicht mehr zu fühlen
.Juli_2017
Anm: "Bartwisch" - wienerisch für "Kehrbesen"
fein säuberlich aufgekehrt
nur winzigste Splitter
in den Fugen der Dielen
(wo der Bartwisch nicht hinkommt)
eingetreten
beim arglosen barfuß Darüberlaufen
nahezu unsichtbar
in meinen Sohlen
und ungreifbar
stecken sie
um beim Auftreten
in bestimmten Winkeln
ohne Vorwarnung
zu stechen
Ich kann hier nicht länger
stehenbleiben
nur um
nicht mehr zu fühlen
.Juli_2017
Anm: "Bartwisch" - wienerisch für "Kehrbesen"
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Dienstag, 20. Juni 2017
Dämmerschoppen
Sommer; auf Libellen reiten,
lauer Abend unter Bäumen,
kühle Luft an Wiesensäumen,
wo die Schatten sacht sich breiten.
Und ein Achtel folgt dem andern,
deine Zeh'n im kühlen Rasen
rupfen Halme, spürn beim Grasen
leis ein Kitzeln, wo sie wandern.
Schön ist dieser Abendfrieden!
Schweigend sitzt man in der Runde
und genießt zu später Stunde
Pausenzeit vom heißen Sieden.
Längst schon ging die Sonne unter
und des Tages Last verloren.
Trägheit strömt durch alle Poren.
Morgen bist du wieder munter!
.juni_2017
lauer Abend unter Bäumen,
kühle Luft an Wiesensäumen,
wo die Schatten sacht sich breiten.
Und ein Achtel folgt dem andern,
deine Zeh'n im kühlen Rasen
rupfen Halme, spürn beim Grasen
leis ein Kitzeln, wo sie wandern.
Schön ist dieser Abendfrieden!
Schweigend sitzt man in der Runde
und genießt zu später Stunde
Pausenzeit vom heißen Sieden.
Längst schon ging die Sonne unter
und des Tages Last verloren.
Trägheit strömt durch alle Poren.
Morgen bist du wieder munter!
.juni_2017
Samstag, 29. April 2017
Für Georg
Als Mutter zu bestehen ist kein Leichtes!
Dies weiß ich wohl und dass mir nicht gelingt,
stets schweigend zuzusehn, damit Erreichtes
auch Selbst-Erlebtes wird und dich beschwingt
als Sicherheit in deinem Tun und Streben.
Das ist, was ich mir fest für dich ersehne!
Doch fällt mir schwer, dich vollends freizugeben,
wo ich dich noch in Kinderschuhen wähne.
Mir scheint's, als wurdest gestern du geboren;
als liefst die ersten Schritte du vor Stunden.
Inzwischen ist, was kindlich war, verloren;
nur Ahnung mehr. Und dennoch tief verbunden
sind du und ich, auch wenn sich still und leise
schon Sprache ändert, Tonfall und Berührung.
Ich will dir Hafen sein nach jeder Reise
und lass auch immer öfter dir die Führung.
Doch treibt mich wieder mütterliches Bangen
und überfällt zu schützen mich der Drang,
versteh; ich habe grad erst angefangen
dich loszulassen; werd' mein Leben lang
mir wünschen, dass gelänge, dich zu hüten
vor Kummer, Leiden, Misserfolg und Gram.
Mit Nachsicht mögest du mir dies vergüten
und auch mit einem Rüffel dann und wann.
Es ist nicht so, dass ich nicht an dich glaube.
Im Gegenteil - du bist mein ganzer Stolz!
Und wenn ich dir die Luft zum Atmen raube,
verzeih; ich bin geschnitzt aus Mutterholz.
.April 2017
Dies weiß ich wohl und dass mir nicht gelingt,
stets schweigend zuzusehn, damit Erreichtes
auch Selbst-Erlebtes wird und dich beschwingt
als Sicherheit in deinem Tun und Streben.
Das ist, was ich mir fest für dich ersehne!
Doch fällt mir schwer, dich vollends freizugeben,
wo ich dich noch in Kinderschuhen wähne.
Mir scheint's, als wurdest gestern du geboren;
als liefst die ersten Schritte du vor Stunden.
Inzwischen ist, was kindlich war, verloren;
nur Ahnung mehr. Und dennoch tief verbunden
sind du und ich, auch wenn sich still und leise
schon Sprache ändert, Tonfall und Berührung.
Ich will dir Hafen sein nach jeder Reise
und lass auch immer öfter dir die Führung.
Doch treibt mich wieder mütterliches Bangen
und überfällt zu schützen mich der Drang,
versteh; ich habe grad erst angefangen
dich loszulassen; werd' mein Leben lang
mir wünschen, dass gelänge, dich zu hüten
vor Kummer, Leiden, Misserfolg und Gram.
Mit Nachsicht mögest du mir dies vergüten
und auch mit einem Rüffel dann und wann.
Es ist nicht so, dass ich nicht an dich glaube.
Im Gegenteil - du bist mein ganzer Stolz!
Und wenn ich dir die Luft zum Atmen raube,
verzeih; ich bin geschnitzt aus Mutterholz.
.April 2017
Freitag, 21. April 2017
Für Franz
Der Schwedenbombenkuss um fünf am Morgen
im Partykeller war mein Liebesschwur.
Mein Herz, so sagte ich, würd ich dir borgen
im Tausch für deins. Du blicktest auf die Uhr
und meintest, dass du leider in zwei Stunden
nachhause fahren müsstest mit der Bahn.
Viel lieber würdest du noch mehr erkunden
von dem, was ich mit Schwedenbomben kann.
Die Tram in Richtung Bahnhof war auch meine.
Wir saßen glücklich, ganz von uns berauscht,
gebrauchten keine Worte, fanden keine.
Fast hätten wir die Nummern nicht getauscht.
Als du dann anriefst nach dem Wochenende,
war ich auch nicht ein Fünkchen überrascht.
Ich wusste, wen ich bombenküssend fände,
der weiß - wie ich - wovon man gerne nascht.
Wir hatten ein paar wundervolle Jahre,
wir liebten, lebten, lachten gern und viel.
Dann teilten wir das Schicksal vieler Paare -
es änderten sich Gangart und auch Ziel.
Ich denk heut oft, wir hättens hinbekommen,
wärn wir ein wenig reifer nur gewesen.
Ich weiß, ich war zum Schluss recht unbesonnen.
Erst letztens hab ich wo von dir gelesen,
dass du Theater spielst und unterrichtest,
dass du auch eine Frau (und Kinder?) hast.
Wie schön! Und wenn du Schwedenbomben sichtest,
dann hoff ich, dass für dich jetzt alles passt.
.April 2017
im Partykeller war mein Liebesschwur.
Mein Herz, so sagte ich, würd ich dir borgen
im Tausch für deins. Du blicktest auf die Uhr
und meintest, dass du leider in zwei Stunden
nachhause fahren müsstest mit der Bahn.
Viel lieber würdest du noch mehr erkunden
von dem, was ich mit Schwedenbomben kann.
Die Tram in Richtung Bahnhof war auch meine.
Wir saßen glücklich, ganz von uns berauscht,
gebrauchten keine Worte, fanden keine.
Fast hätten wir die Nummern nicht getauscht.
Als du dann anriefst nach dem Wochenende,
war ich auch nicht ein Fünkchen überrascht.
Ich wusste, wen ich bombenküssend fände,
der weiß - wie ich - wovon man gerne nascht.
Wir hatten ein paar wundervolle Jahre,
wir liebten, lebten, lachten gern und viel.
Dann teilten wir das Schicksal vieler Paare -
es änderten sich Gangart und auch Ziel.
Ich denk heut oft, wir hättens hinbekommen,
wärn wir ein wenig reifer nur gewesen.
Ich weiß, ich war zum Schluss recht unbesonnen.
Erst letztens hab ich wo von dir gelesen,
dass du Theater spielst und unterrichtest,
dass du auch eine Frau (und Kinder?) hast.
Wie schön! Und wenn du Schwedenbomben sichtest,
dann hoff ich, dass für dich jetzt alles passt.
.April 2017
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